Alternative Legemethoden im Einsatz in Sachsen
Untenstehend finden Sie eine Reihe an alternativen Legemethoden, die in Sachsen zur Anwendung kommen. Zur besseren Veranschaulichung haben wir die einzelnen Verfahren kurz erläutert und Fotos der Legemethoden im Einsatz bereitgestellt.
Fräsverfahren sind eine moderne und besonders effiziente Methode, um Glasfaserkabel zu verlegen. Dabei wird mit einer speziell entwickelten Fräse ein Schlitz in die Oberfläche von Straßen oder Gehwegen eingebracht. Dieser ist teilweise nur wenige Zentimeter breit und zwischen 10 und 80 Zentimeter tief. In diesen Schlitz werden Leerrohre verlegt, die später die Glasfaserkabel aufnehmen. Der Schlitz wird direkt wieder verschlossen und die Oberfläche zeitnah instandgesetzt. Im Vergleich zur herkömmlichen Grabenbauweise sind Fräsverfahren deutlich schneller zu realisieren und weniger invasiv. Oft ist der betroffene Bereich nur einige Stunden geöffnet und es reicht eine Tagesbaustelle statt langfristiger Straßensperrungen.
Beim Layjet-Fräsverfahren erfolgt die Verlegung im Straßenbankett. Ein speziell entwickeltes Verlegefahrzeug fräst in einem einzigen Arbeitsgang einen schmalen Schlitzgraben etwa 10 bis 20 Zentimeter neben dem Asphaltverlauf und bringt die Leerrohre ein. Das beim Fräsen entnommene Erdmaterial wird vor Ort gesiebt, aufbereitet und unmittelbar zur Wiederverfüllung verwendet. Durch eine statische und dynamische Verdichtung erhält das Bankett seine ursprüngliche Stabilität und Tragfähigkeit zurück. Die exakte Lage der verlegten Rohre wird per GPS dokumentiert. Es können bis zu 200 Meter Leitungen pro Stunde verlegt werden. Tagesbaustellen sind in der Regel ausreichend.
Beim Trenching wird ein besonders schmaler und flacher Schlitz in den gebundenen Oberbau der Straße gefräst. Je nach Ausführung (Nano-, Micro-, Mini- oder Macro-Trenching) variieren Breite und Tiefe des Schlitzes typischerweise zwischen 2-30 bzw. 10-50 Zentimetern. In den gefrästen Schlitz werden Mikrorohre für die spätere Verlegung der Glasfasern eingebracht. Anschließend wird der Schlitz verfüllt und die Oberfläche fachgerecht versiegelt. Aufgrund des geringen Platzbedarfs und der kompakten Bauweise ermöglicht das Trenching einen schnellen Ausbau in bereits bebauten Gebieten aber auch für Ortsverbindungen. Das Verfahren kommt vor allem auf Geh- und Radwegen, aber auch auf Straßen zum Einsatz.
Pflugverfahren finden in ländlichen, unbefestigten oder naturnahen Gebieten Anwendung, z.B. auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Dabei wird ein spezielles Verlegepfluggerät, welches an eine Zugmaschine gekoppelt ist, eingesetzt. Dieses zieht ein sogenanntes Pflugschwert durch den Boden und erzeugt eine schmale Furche – je nach Anforderung bis zu zwei Meter tief. In einem einzigen Arbeitsgang wird das Leerrohr oder direkt das erdverlegbare Glasfaserkabel in die geöffnete Furche eingebracht. Je nach Ausführung schließt sich die entstandene Furche von selbst bzw. das aufgeworfene Erdreich wird sofort wieder zurückgeführt und der Boden eingeebnet, ohne dass Aushubmaterial entsteht. Die Trasse ist damit nahezu spurlos und schnell wiederhergestellt. Mit dem Pflugverfahren können je nach Bodenbeschaffenheit bis zu 5 Kilometer Kabel pro Tag verlegt werden.
Wichtig: Das Verfahren ist nicht für versiegelte Flächen wie Asphalt- oder Betonbeläge geeignet. Zudem erfordert der Einsatz eine präzise Kenntnis der vorhandenen Leitungsinfrastruktur, um Beschädigungen zu vermeiden.
Das Spülbohrverfahren, auch Horizontalspülbohrung, ist eine grabenlose Technik. Ein spezieller Bohrkopf wird am Startpunkt in den Boden eingebracht und unterirdisch horizontal zur Zielgrube geführt. Seine exakte Position wird dabei mit Ortungsgeräten kontinuierlich überwacht. Mittels einer Bohrspülung wird der Bohrkopf gekühlt und der Erdaushub abtransportiert. Nach Abschluss der Bohrung werden die Leerrohre für das Glasfaserkabel durch das entstandene Bohrloch bzw. den Tunnel eingezogen. Straßen, Vorgärten oder Gehwege bleiben intakt. Bahngleise, Flüsse, etc. können unterquert werden. Das Verfahren eignet sich für kurze und mittlere Distanzen (einige Meter bis mehrere hundert Meter) und verschiedenste Bodenbedingungen (spezielle Bohrköpfe für felsigen Untergrund).
Bei der Erdrakete handelt es sich um ein pneumatisches Gerät, das ein spezielles Rohr – häufig ein Schutzrohr für die Glasfaserkabel – mit hoher Geschwindigkeit und geringem Bodenaufwand durch das Erdreich schießt. Ähnlich der Funktionsweise eines Presslufthammers, wird die »Rakete« dabei durch das Erdreich gedrückt. So können Glasfaserkabel unter Straßen, Wegen oder Grünflächen hindurch verlegt werden, ohne dass aufwendige Tiefbauarbeiten oder großflächige Aufgrabungen erforderlich sind. Die Methode eignet sich besonders gut für kurze Distanzen und enge Platzverhältnisse, beispielsweise das Unterqueren einer Straße zur Anbindung eines Grundstücks.